Mehrsprachigkeit

Mehrsprachigkeit im Keimeno CMS

Mit der Mehrsprachigkeit des Keimeno CMS können Sie Ihre Website und den Administrationsbereich in mehreren Sprachen bereitstellen. Dabei unterscheidet das System zwischen Frontend-Sprachen für Besucherinnen und Besucher und Backend-Sprachen für die Benutzeroberfläche der Administration.

Inhalte werden einer Sprache zugeordnet. Dadurch lassen sich Seiten, Inhaltselemente, Ressourcen, Vorlagen und weitere sprachabhängige Daten für jede freigegebene Sprache getrennt pflegen. Welche Bereiche tatsächlich mehrsprachige Inhalte anbieten, hängt vom jeweils eingesetzten Modul ab.

Frontend- und Backend-Sprachen

  • Frontend-Sprachen bestimmen, in welchen Sprachen die öffentliche Website angeboten wird.
  • Backend-Sprachen bestimmen die Sprache von Beschriftungen, Schaltflächen und Hinweisen in der Administration.

Die Sprache der Website und die Sprache des Backends können unabhängig voneinander eingerichtet werden. Ein deutschsprachiger Administrator kann daher beispielsweise englische oder französische Website-Inhalte bearbeiten, ohne die Sprache seiner Administrationsoberfläche zu ändern.

Eine neue Sprache einrichten

  1. Öffnen Sie im Keimeno Backend die Sprachverwaltung.
  2. Wählen Sie je nach Einsatzzweck die Verwaltung der Frontend- oder Backend-Sprachen.
  3. Klicken Sie auf Sprache hinzufügen.
  4. Tragen Sie einen verständlichen Namen ein, beispielsweise English oder Français.
  5. Wählen Sie den passenden zweistelligen Sprachcode nach ISO 639-1, beispielsweise en, fr oder es.
  6. Wählen Sie eine vorhandene Sprache als Grundlage aus.
  7. Speichern Sie die neue Sprache.

Die gewählte Basissprache dient als Ausgangspunkt. Beim Anlegen einer Frontend-Sprache übernimmt Keimeno vorhandene Systemübersetzungen und Sprachbausteine dieser Sprache. So bleiben Bezeichnungen zunächst vollständig sichtbar, bis die übernommenen Texte übersetzt wurden. Bereits vorhandene redaktionelle Seiten- und Ressourceninhalte werden dadurch nicht automatisch vollständig übersetzt.

Jeder Sprachcode darf nur einmal vorhanden sein. Verwenden Sie deshalb den zum Inhalt passenden ISO-Code und ändern Sie ihn nach Beginn der redaktionellen Arbeit möglichst nicht mehr.

Sprache freigeben und sortieren

Sprachen können in der Übersicht freigegeben oder deaktiviert werden. Nur freigegebene Frontend-Sprachen stehen der öffentlichen Website als reguläre Sprache zur Verfügung. Mit der Sortierreihenfolge legen Sie fest, in welcher Reihenfolge die Sprachen in Auswahlfeldern und Sprachumschaltern erscheinen.

Eine neue Sprache sollte erst veröffentlicht werden, wenn die wichtigsten Seiten, Navigationen, Systemtexte und E-Mail-Inhalte geprüft wurden. So vermeiden Sie unvollständige oder gemischtsprachige Ansichten.

Standardsprache festlegen

In der Systemkonfiguration wird eine Standardsprache für das Frontend festgelegt. Zusätzlich kann eine Standardsprache für die Administration definiert werden. Die Standardsprache dient als Ausgangssprache, wenn keine andere gültige Sprache angefordert wurde.

Für die Standardsprache erzeugt Keimeno normalerweise Adressen ohne zusätzliches Sprachverzeichnis. Andere Sprachen erhalten einen Sprachpräfix, beispielsweise /en/. Dadurch entstehen eindeutige, sprachbezogene URLs.

Hinweis: Ein Wechsel der Standardsprache kann bestehende URLs und damit Suchmaschinenverweise beeinflussen. Prüfen Sie vor einer Umstellung Weiterleitungen, Navigation, Sitemap und kanonische URLs.

Sprachabhängige Inhalte bearbeiten

In mehrsprachigen Verwaltungsbereichen steht eine Sprachauswahl zur Verfügung. Wählen Sie dort zuerst die gewünschte Bearbeitungssprache und öffnen Sie anschließend die betreffende Seite, Ressource oder Vorlage. Keimeno speichert die Inhalte sprachbezogen, sodass Änderungen an einer Übersetzung nicht automatisch den Inhalt einer anderen Sprache ersetzen.

Je nach Modul können unter anderem folgende Inhalte sprachabhängig gepflegt werden:

  • Seitentitel, Überschriften und Fließtexte
  • Navigationseinträge und Linkbeschriftungen
  • Meta-Titel und Meta-Beschreibungen
  • Ressourcen und strukturierte Inhaltselemente
  • Systemvorlagen und E-Mail-Vorlagen
  • Beschriftungen, Hinweise und Fehlermeldungen

Speichern Sie einen Sprachstand vollständig, bevor Sie zu einer anderen Sprache wechseln. Prüfen Sie außerdem Links, Medienbeschreibungen, Formulare und Suchmaschinenangaben einzeln, da diese Informationen je Sprache unterschiedlich sein können.

Ressourcen automatisch übersetzen

Der Ressourcenbereich bietet eine Funktion zur automatischen Übersetzung. Dort wählen Sie eine vorhandene Ausgangssprache und eine andere Zielsprache. Keimeno legt fehlende sprachabhängige Textfelder der Zielressource an und übersetzt die unterstützten Editor- und HTML-Editor-Inhalte über den eingerichteten KI-Dienst.

  1. Öffnen Sie die gewünschte Ressource.
  2. Wechseln Sie zum Bereich Übersetzung.
  3. Wählen Sie die Sprache des vorhandenen Ausgangstextes.
  4. Wählen Sie eine davon abweichende Zielsprache.
  5. Starten Sie die Übersetzung und warten Sie auf die Abschlussmeldung.
  6. Öffnen Sie danach die Zielsprache und kontrollieren Sie sämtliche erzeugten Texte.

Für die automatische Übersetzung muss der zugehörige KI-Dienst im System betriebsbereit sein. Die Übersetzungsfunktion bearbeitet Textfelder der Ressource; andere Feldtypen, Bilder, Dateien, Links oder modulspezifische Angaben müssen gegebenenfalls manuell angepasst werden.

Wichtig: Eine automatische Übersetzung kann bereits vorhandene Zieltexte aktualisieren. Prüfen Sie daher vor dem Start, ob in der Zielsprache redaktionell überarbeitete Inhalte bestehen. KI-Übersetzungen sollten grundsätzlich auf Fachbegriffe, Tonalität, Rechtstexte und Formatierung kontrolliert werden.

Systemtexte und Platzhalter

Keimeno verwendet für viele Oberflächentexte Sprachplatzhalter, beispielsweise für Beschriftungen, Schaltflächen, Meldungen und Fehlermeldungen. Bei der Ausgabe ersetzt das CMS diese Platzhalter durch den zur aktiven Sprache gehörenden Text. Die Verarbeitung kann über die Systemkonfiguration aktiviert oder deaktiviert werden.

Beim Erstellen einer Frontend-Sprache werden vorhandene Sprachtexte der ausgewählten Basissprache kopiert. Diese Texte sollten anschließend in der Sprachverwaltung übersetzt werden. Nicht übersetzte Platzhalter bleiben andernfalls auf dem Stand der Basissprache.

Zugriffsrechte für Redakteure

Keimeno kann den Zugriff auf Sprachen je Administratorkonto beschränken. In sprachbezogenen Bereichen werden einem Benutzer nur die freigegebenen Sprachen angeboten, für die er eine Berechtigung besitzt. Nach dem Anlegen einer neuen Frontend-Sprache wird sie bestehenden Administratorkonten zunächst in der Sprachberechtigung zugeordnet.

Prüfen Sie die Berechtigungen trotzdem bewusst. Redakteure sollten nur die Sprachen bearbeiten können, für die sie verantwortlich sind. Ist die Standardsprache nicht erlaubt, verwendet das Backend die erste freigegebene und für den Benutzer zulässige Sprache.

Sprachen deaktivieren oder löschen

Wenn eine Übersetzung vorübergehend nicht öffentlich erscheinen soll, deaktivieren Sie die Sprache. Das ist sicherer als ein sofortiges Löschen und ermöglicht eine spätere Weiterbearbeitung.

Eine zusätzliche Sprache kann gelöscht werden. Dabei entfernt Keimeno auch zugehörige Sprachbausteine und Berechtigungszuordnungen; installierte Module können über den Löschvorgang ebenfalls sprachbezogene Daten bereinigen. Die erste Basissprache ist vor dem regulären Löschen geschützt.

Achtung: Das Löschen einer Sprache kann nicht ohne Weiteres rückgängig gemacht werden. Erstellen Sie vorher eine Sicherung und prüfen Sie, ob Inhalte, Vorlagen, E-Mails oder Moduldatensätze dieser Sprache noch benötigt werden.

Empfohlener Arbeitsablauf

  1. Standardsprache und benötigte Zielsprachen planen.
  2. Neue Sprache auf Basis der inhaltlich passendsten vorhandenen Sprache anlegen.
  3. Sprache zunächst noch nicht öffentlich freigeben.
  4. Systemtexte, Navigation, zentrale Seiten und Vorlagen übersetzen.
  5. Ressourcen bei Bedarf automatisch vorübersetzen und redaktionell überarbeiten.
  6. Meta-Daten, Links, Formulare, E-Mails und Medieninformationen kontrollieren.
  7. Sprachberechtigungen der Redakteure prüfen.
  8. Frontend in der Zielsprache vollständig testen und die Sprache erst danach freigeben.

Qualitätsprüfung vor der Veröffentlichung

  • Sind Navigation und alle wichtigen Seiten vollständig übersetzt?
  • Führen interne Links in die richtige Sprachversion?
  • Sind Formulare, Bestätigungen und Fehlermeldungen verständlich?
  • Sind Seitentitel, Meta-Beschreibungen und sprechende URLs passend?
  • Wurden automatische Übersetzungen von einer sprachkundigen Person geprüft?
  • Sind rechtliche Inhalte für das jeweilige Land und die jeweilige Sprache geeignet?
  • Funktioniert der Sprachwechsel auf Desktop- und Mobilgeräten?

Mit einer sauber eingerichteten Sprachverwaltung, eindeutigen Zuständigkeiten und einer redaktionellen Endkontrolle lässt sich eine mehrsprachige Keimeno-Website dauerhaft konsistent und kundenfreundlich betreiben.